Champions League: Sturm glaubt an Chance gegen Fenerbahce

Graz bereitet sich auf Champions League-Qualifikationsspiel gegen Fenerbahce vor

Sicherheitsvorkehrungen und Fan-Marsch in Graz

Am Dienstag, dem 11. August 2026, findet um 20.30 Uhr das Champions League-Qualifikationsspiel zwischen dem SK Puntigamer Sturm Graz und Fenerbahce Istanbul statt. Aufgrund des ausverkauften Spiels und der erwarteten Zuschauerströme hat die Landespolizeidirektion Steiermark einen Sicherheitsbereich rund um das Stadion Graz-Liebenau verordnet. Dieser Bereich ist vom 11. August 2026, 15 Uhr, bis zum 12. August 2026, 1 Uhr, gültig.

Der Sicherheitsbereich umfasst mehrere Straßenzüge, darunter die Conrad-von-Hötzendorf-Straße, Evangelimanngasse und Münzgrabenstraße. Innerhalb dieses Bereichs können Personen, die gefährliche Handlungen im Zusammenhang mit der Sportgroßveranstaltung begehen, weggewiesen und mit einem Betretungsverbot belegt werden. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Die Fans von Fenerbahce Istanbul werden sich ab etwa 18 Uhr in der Innenstadt versammeln und von dort über den Hauptplatz, die Herrengasse, den Jakominiplatz und die Conrad-von-Hötzendorf-Straße zum Stadion marschieren. Dies wird voraussichtlich zu kurzzeitigen Anhaltungen im öffentlichen Nahverkehr führen, insbesondere bei den Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 5, 6, 7, 17 sowie den Buslinien 30, 31, 39 und 66.

Für die An- und Abreise der Fans werden zusätzliche Straßenbahnen eingesetzt. Zwischen etwa 19 Uhr und 20.30 Uhr verkehren drei zusätzliche Einschubstraßenbahnen auf der Strecke Laudongasse – Hauptbahnhof – Jakominiplatz – Stadion Liebenau. Nach dem Spiel, ab etwa 22.15 Uhr, stellen die Graz Linien sechs weitere Einschubstraßenbahnen ab dem Stadion Liebenau für die Rückfahrt in die Stadt bereit.

Sturm Graz setzt auf Heimvorteil trotz Hinspielniederlage

Nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel benötigt Sturm Graz im Rückspiel eine Aufholjagd, um die Chance auf das Weiterkommen in der Champions League-Qualifikation zu wahren. Die Mannschaft setzt dabei auf die Unterstützung ihrer Fans im ausverkauften Stadion. Stürmer Nelson Weiper äußerte sich zuversichtlich: „Wenn wir ein Tor machen, ist alles möglich, dann brennt die Hütte.“ Auch Jacob Peter Hödl betonte die Bedeutung der Heimkulisse: „Mit unseren Fans im Rücken ist alles möglich. Wir werden alles reinhauen, um das Unmögliche möglich zu machen.“

Trainer Fabio Ingolitsch kündigte an, ein „kalkulierteres und höheres Risiko“ einzugehen als im Hinspiel. Er hob hervor, dass das erste Tor entscheidend sein könnte: „Es geht primär darum, wer das erste Tor macht. Das verändert alles.“ Ingolitsch betonte die Wichtigkeit, die eigene Abwehr stabil zu halten und gleichzeitig offensiv zu agieren, um die Atmosphäre im Stadion zu nutzen. Er fügte hinzu, dass es für den Gegner sehr unangenehm werden würde, wenn Sturm Graz ein Tor erzielt und die Defensive hält.

Trotz der Herausforderung, die Fenerbahce mit seiner individuellen Qualität und den finanziellen Möglichkeiten darstellt – der Verein investierte im Sommer über 80 Mio. Euro in den Kader – sieht Ingolitsch kleine Chancen für sein Team. Er räumte ein, dass die Wahrscheinlichkeiten stark auf Seiten von Fenerbahce liegen, doch solange diese kleinen Chancen bestehen, wolle man sie ergreifen. Fenerbahce, angeführt von Torjäger Talisca und unter dem neuen Trainer Ismail Kartal, strebt erstmals seit der Saison 2008/09 wieder ein Champions League-Ticket an.

Herausforderungen im Spielplan und kuriose Bus-Entscheidung

Sturm Graz steht vor einem dichten Spielplan. Während die Süper Lig erst am Wochenende startet, war Sturm Graz bereits am vergangenen Wochenende im Ligaeinsatz. Trainer Fabio Ingolitsch kritisierte das „Mammutprogramm“ seines Teams mit vielen Begegnungen innerhalb kurzer Zeit. Er wies darauf hin, dass Fenerbahce in den letzten sieben Tagen zwei Spiele absolvierte, während Sturm Graz vier hatte. Dies wirkte sich auch auf die Trainingsvorbereitung aus: „Wir bereiten uns seit Wochen auf jeden Gegner mit nur einem Training vor. Fenerbahce hatte vor dem Hinspiel sechs Trainingstage, jetzt haben sie fünf und wir einen.“

Die Vorbereitung konzentriert sich daher weniger auf gegnerspezifische Taktiken, sondern mehr auf die schnelle Regeneration der Spieler. Mittelfeldregisseur Otar Kiteishvili laboriert seit Saisonbeginn an Wadenproblemen, und seine Rückkehr ist noch ungewiss. Unabhängig vom Ausgang des Spiels gegen Fenerbahce hat Sturm Graz die Teilnahme an der Europa League-Ligaphase bereits gesichert. Sollte Sturm Graz das Play-off erreichen und dort ausscheiden, wären der UEFA Prämien in Höhe von 4,3 Millionen Euro sicher.

Vor dem Rückspiel sorgte Fenerbahce Istanbul für eine ungewöhnliche Situation bezüglich ihres Mannschaftsbusses. Der ursprünglich bereitgestellte weiße Bus mit schwarzer Beschriftung erinnerte offenbar zu sehr an die Vereinsfarben des SK Sturm oder des Istanbuler Stadtrivalen Besiktas. Die türkische Mannschaft ließ daraufhin einen Ersatzbus organisieren. Der ursprünglich eingeteilte Fahrer bleibt jedoch im Einsatz und chauffiert die Delegation von Fenerbahce im weißen Bus, jedoch nicht die Spieler.

Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr am 11. August 2026.

Source: sport.orf.at