Leichtathletik-EM: Weißhaidinger hofft auf Finaleinzug in Birmingham
poellauer-news >> Sport>> Leichtathletik-EM: Weißhaidinger hofft auf Finaleinzug in Birmingham
Leichtathletik-EM: Weißhaidinger hofft auf Finaleinzug in Birmingham
By Thomas Gruber — 11 August 2026 — 3 min read
Weißhaidinger zuversichtlich trotz Saisonverlauf
Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger bereitet sich auf die Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham vor und äußert sich zuversichtlich hinsichtlich seiner Chancen auf den Finaleinzug. Trotz eines Hexenschusses im Vorfeld der EM, der mittlerweile auskuriert ist, sieht sich der 34-jährige Oberösterreicher bereit für den Wettkampf. Er betonte, dass der Rücken zwar noch spanne und ziehe, die Therapie jedoch so gut anschlage, dass dies für den Wettkampf nicht relevant sei. Diese Entwicklung stimmt ihn positiv für die anstehende Qualifikation.
Der bisherige Saisonverlauf habe am Selbstvertrauen genagt, da die Windbedingungen oft nicht ideal waren und er nicht wie gewünscht in den „Flow“ kam. Dennoch wusste Weißhaidinger stets, dass die Trainingswerte stimmten und eine positive Wendung jederzeit möglich sei. Sein Trainer Gregor Högler bestätigt, dass Lukas konkurrenzfähig sei und die Saison absolut in Ordnung verlaufen sei, mit sehr vielversprechenden Trainingsleistungen.
Strategie für den Wettkampf und die Vaterrolle
Für den Wettkampf am Dienstag hat sich Weißhaidinger eine klare Strategie zurechtgelegt. Er möchte den Wettkampf ambitioniert angehen, auch wenn die Lockerheit nicht vollständig vorhanden ist. Sein Ziel ist es, gut zu werfen und die Qualifikation zu überstehen, unabhängig davon, ob er als Erster oder Zwölfter ins Finale einzieht. Das Sammeln von Selbstvertrauen für das Finale wäre für ihn ein Traum.
Das Team Weißhaidinger hat auch wettertechnisch vorgesorgt und neben den bevorzugten Disken auch Regenschuhe mit nach England genommen. Dies ist eine Lehre aus der Weltmeisterschaft vor einem Jahr in Tokio, wo Weißhaidinger bei starkem Regen auf Laufschuhe setzte, im Wurfkreis ausrutschte und als Neunter klassiert wurde. Für die aktuelle EM hat er sich vorgenommen, seinen besten Wettkampf des Jahres zu zeigen. Er ist überzeugt, dass man immer eine Chance auf eine Medaille hat, wenn man sein Bestes gibt und vielleicht noch etwas drauflegen kann.
Ein wichtiges Ziel für Weißhaidinger ist es, als Vater eine Medaille zu gewinnen. Dieser Wunsch prägt den letzten Abschnitt seiner Karriere, der bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles reichen und davor auch die WM 2027 in Peking umfassen soll. Seine Tochter Lola ist 15 Monate alt, und er möchte ihr ein Vorbild sein. Er sieht es als Privileg, sowohl für seine Tochter da sein als auch mit Verbissenheit nach dem Finale und einer Medaille streben zu können. Er möchte Lola beibringen, so lange zu kämpfen, wie es geht, wenn man für etwas brennt.

Ramona-Feld und Konkurrenz
Im Gegensatz zu vielen anderen Athleten schließt Weißhaidinger eine Teilnahme an der jährlichen Weitenjagd auf dem windbegünstigten Ramona-Wurffeld in Oklahoma/USA für sich aus. Dort werden jährlich zahlreiche persönliche Bestleistungen und nationale Rekorde erzielt, und auch der Weltrekord von Mykolas Alekna mit 75,56 Metern wurde 2025 auf dem Millican Field geworfen. Von den 21 Athleten, die in der Jahresweltbestenliste vor Weißhaidinger liegen, haben nur sieben ihre Saisonbestmarke nicht in Ramona erzielt.
Weißhaidinger begründet seine Entscheidung damit, dass er nicht möchte, dass der österreichische Rekord, den er 2023 auf 70,68 m erhöhte, mit dem Zusatz „Ramona“ versehen wird, da dies die Möglichkeit erschweren würde, diesen Rekord anderswo zu übertreffen. Er bemerkt auch, dass die Freude der Athleten über die dort erbrachten Leistungen begrenzt sei. Er versteht jedoch, dass junge Athleten wie Will Dibo möglicherweise keine andere Wahl haben, als dort anzutreten, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Mit Will Dibo kämpft am Dienstag ein zweiter Österreicher um den Finaleinzug. Der 24-jährige Dibo warf seinen persönlichen Rekord von 63,50 Metern in diesem Jahr in Ramona, nachdem er zuvor noch keine 58 m mit dem 2-kg-Gerät erreicht hatte. Weißhaidinger gratuliert Dibo zu seinem EM-Debüt und lobt seinen Kampfgeist. In der Europarangliste liegt Weißhaidinger mit einer Saisonbestleistung von 67,00 m auf Platz zwölf. Seine Hauptkonkurrenten sind weiterhin Alekna, der slowenische Europameister Kristjan Ceh und der schwedische Weltmeister Daniel Stahl.
Source: sport.orf.at