Leichtathletik-EM: Williams sprintet am Finale vorbei

Leichtathletik-EM: Williams verpasst Finale, Pressler und Dlauhy erreichen Halbfinale

Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham hat Christania Williams das Finale über 100 Meter verpasst. Die gebürtige Jamaikanerin belegte im Halbfinale den elften Platz mit einer Zeit von 11,21 Sekunden. Williams äußerte sich enttäuscht über ihre Leistung und erklärte, dass sich ihr Körper zwar nach einer schnelleren Zeit angefühlt habe, sie dies aber nicht umsetzen konnte. Ihre persönliche Bestzeit liegt bei 10,96 Sekunden, und in diesem Jahr stellte sie mit 11,06 Sekunden einen österreichischen Rekord auf. Für Williams ist dies das zweite große Sportereignis in diesem Jahr, nachdem sie im Februar als Anschieberin von Katrin Beierl im Zweierbob in Cortina d’Ampezzo den neunten Platz bei den Olympischen Spielen erreichte.

Die Britin Amy Hunt sicherte sich unterdessen den Europameistertitel über 100 Meter mit einer Zeit von 11,00 Sekunden. Sie setzte sich knapp vor der Polin Ewa Swoboda (11,02 Sekunden) und der Belgierin Delphine Nkansa (11,06 Sekunden) durch. Für Hunt ist dies die vierte Medaille bei einem Großereignis. Zuvor gewann sie bei der EM in Rom 2024 Gold mit Großbritannien über 4×100 Meter und zwei Monate später Silber im selben Bewerb bei den Olympischen Spielen. Hinzu kommt eine Silbermedaille über 200 Meter bei der WM in Tokio 2025.

Erfolge im Hürdenlauf

Erfreuliche Nachrichten gab es hingegen im 400-Meter-Hürdenlauf der Frauen. Lena Pressler und Anna Dlauhy schafften beide den Einzug ins Halbfinale. Die beiden Athletinnen überzeugten mit starken Zeiten und einem erfolgreichen Start in den Wettkampf. Lena Pressler, die für Union St. Pölten startet, feierte vor vier Jahren ihr EM-Debüt über 400 Meter Hürden. Vor zwei Jahren musste sie aufgrund einer Fußverletzung kurz vor der EM absagen. Mit ihrer Leistung bei den Staatsmeisterschaften hatte sie sich in die Top 15 Europas vorgearbeitet, und das Halbfinale war ihr erklärtes Ziel.

Im ersten von drei Vorläufen startete Pressler auf Bahn 8 und zeigte einen schnellen Start. Sie schloss bereits an der zweiten Hürde zur führenden Läuferin auf und bog zusammen mit der Schweizerin Wernli führend auf die Zielgerade ein. Auf den letzten beiden Hürden setzte sich die 25-Jährige ab und sicherte sich mit ihrer zweitschnellsten Karrierezeit von 54,97 Sekunden und fast einer Sekunde Vorsprung den souveränen Laufsieg. Nach dem zweiten Lauf war ihr Aufstieg ins Halbfinale bereits gesichert, da keine andere Läuferin schneller war, was auch im dritten Lauf so blieb. Pressler zeigte sich sehr zufrieden mit ihrer Leistung und betonte, dass sie 100 Prozent gegeben habe. Sie plant, sich gut zu erholen, um am nächsten Tag erneut anzugreifen.

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© ÖLV / @amri.photo Credit: oelv.at

Auch Anja Dlauhy von ULC Riverside Mödling wurde Bahn 8 im dritten Heat zugelost. Die EM-Debütantin, die in diesem Jahr den ÖLV-Rekord bereits zweimal verbessert hatte, verpasste das Freilos in den Vorläufen der Top 12 nur knapp. Sie ging jedoch als eine der Favoritinnen auf einen Halbfinalplatz ins Rennen. Die 23-Jährige lief kontrolliert und erreichte mit den Top 3 die Zielgerade. Am Ende überholte sie die bereits führende Ukrainerin Tkachuk und sicherte sich ebenfalls den Laufsieg. Mit 55,42 Sekunden lief Dlauhy die drittschnellste Zeit ihrer Karriere und qualifizierte sich souverän als Drittschnellste aller Läufe für das Halbfinale. Obwohl der Lauf sich aufgrund des Gegenwindes auf der Gegengeraden nicht optimal anfühlte, beschrieb sie ihn als solide und kontrolliert. Sie hofft, dass es am nächsten Tag noch schneller gehen wird.

Knappes Aus für Lindner und Posch

Für Magdalena Lindner und Isabell Posch reichte es nicht für den Einzug ins Halbfinale über 100 Meter. Magdalena Lindner verpasste das Halbfinale als 14. in den Vorläufen am Vormittag. Ihre Zeit von 11,32 Sekunden war um nur eine Hundertstelsekunde und zwei Plätze zu langsam. Lindner zeigte sich trotz des knappen Ausscheidens zufrieden mit ihrem Lauf und erklärte, dass sie in ihrem Leben erst zweimal schneller gelaufen sei. Sie vermutete, dass die fehlende Hundertstelsekunde auf eine nicht optimale Reaktion am Start zurückzuführen sei. Die Niederösterreicherin betonte jedoch, dass der Lauf trotzdem gut gewesen sei.

Isabell Posch lief in 11,48 Sekunden die 19. Vorlaufzeit. Die Vorarlbergerin äußerte sich ratlos nach ihrem Rennen und konnte nicht genau sagen, was das Problem war, bezeichnete ihren Auftritt aber als enttäuschend. Sie hatte sich eigentlich gut gefühlt, konnte aber nach einem verhaltenen Start keine Plätze gutmachen. Der Wind war im Vergleich zum ersten Lauf, der von +3,2m/s profitierte, komplett eingeschlafen, was die Bedingungen für Posch möglicherweise erschwerte. Sie freut sich nun auf das Training am Mittwoch für die Staffel.

Auch Hürdensprinterin Karin Strametz verpasste am Abend den Einzug ins Halbfinale. Die 28-jährige Steirerin kam in ihrem Vorlauf über 100 Meter Hürden nach gutem Start in 13,10 Sekunden nicht über Rang sieben hinaus und schied mit der 17. Zeit der Nichtvorqualifizierten aus. Für ein Halbfinal-Ticket hätte sie 13,01 Sekunden laufen müssen. Strametz erklärte, dass sie körperlich derzeit nicht in der Lage sei, mehr zu leisten, da sie hintenraus komplett einbreche. Ihre Vorbereitung war zudem durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt: Anfang Juli erlitt sie einen Hörsturz, musste eine Cortison-Therapie machen und kämpfte mit Gleichgewichtsstörungen. Zuletzt plagte sie zudem ihr Rücken aufgrund eines Gleitwirbels.

Die EM wird täglich live vom ORF übertragen, mit Kommentatoren wie Dietmar Wolff und Thomas König. Alle Live-Übertragungen von ORF SPORT+ sind auch via ORF ON als Livestream verfügbar und danach on-demand abrufbar. Zusätzlich überträgt EUROSPORT live mit den Kommentatoren Sigi Heinrich und Markus Röhrig.

Source: sport.orf.at