Wien: Austria vor Conference League Rückspiel gegen Beitar Jerusalem gewarnt
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Wien: Austria vor Conference League Rückspiel gegen Beitar Jerusalem gewarnt
By Thomas Gruber — 13 August 2026 — 3 min read
Austria bereitet sich auf Rückspiel vor
Die Wiener Austria empfängt am Donnerstagabend Beitar Jerusalem zum Rückspiel der dritten Conference League-Qualifikationsrunde. Nach einem 2:1-Auswärtssieg im Hinspiel befindet sich die Austria in einer vorteilhaften Ausgangslage. Trainer Stephan Helm erwartet jedoch einen mutig auftretenden Gegner. Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr und wird live übertragen.
Obwohl ein Unentschieden für den Aufstieg ausreichen würde, betonte Rechtsverteidiger Reinhold Ranftl den Wunsch, vor den eigenen Fans zu gewinnen. Die Mannschaft ist entschlossen, die nächste Runde zu erreichen und das Play-off zu erreichen. Ranftl erklärte, dass die Spieler die gute Ausgangslage nutzen wollen.
Aufgrund der hohen Temperaturen und des bereits siebten Pflichtspiels könnte Trainer Helm erneut Rotationen vornehmen. Ranftl sieht dies als sinnvoll an und merkt an, dass der Kader groß genug ist, um jedem Spieler eine Chance zu geben. Stürmer Johannes Eggestein ist aufgrund von Adduktorenproblemen fraglich für die Partie. Helm möchte bei Eggestein kein Risiko eingehen, da am Sonntag ein weiteres wichtiges Spiel in Hartberg ansteht.
Im Gegensatz zum Hinspiel, in dem die Austria in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten hatte, will das Team von Beginn an präsent sein. Helm hob hervor, dass es eine Stärke der Mannschaft sei, ihr Spiel über 90 Minuten durchzuziehen. Während der Start in die Bundesliga-Saison mit zwei Niederlagen misslang, blieb die Austria in den vier Spielen im Europacup und Cup bisher siegreich.
Sicherheitsvorkehrungen und Fan-Situation
Die UEFA und die Polizei haben die Begegnung als Hochrisikospiel eingestuft. Dies liegt am Gewaltpotenzial einiger mitgereister israelischer Fans und der Sorge vor möglichen Zusammenstößen mit pro-palästinensischen Gruppierungen. Die Polizei ist im Großeinsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Rund 1.000 Anhänger von Beitar Jerusalem werden in Wien erwartet. Die Austria stuft etwa 300 bis 400 dieser Fans als „extrem gewaltbereit“ ein. Viele gehören der ultrarechten Fangruppe „La Familia“ an, die in der Vergangenheit durch rassistische, anti-arabische und islamfeindliche Straftaten sowie Sachbeschädigungen aufgefallen ist. Der Klub selbst wird in Fangesängen als „das rassistischste Team des Landes“ bezeichnet, mit Parolen wie „Tod den Arabern“.
Die Grundhaltung der Beitar-Fans hat sich offenbar nicht geändert. Im März dieses Jahres verhängte die FIFA-Disziplinarkommission eine Geldstrafe von 164.300 Euro gegen den Israelischen Fußballverband (IFA) wegen Verstößen gegen Anti-Diskriminierungsregeln und des Versäumnisses, wirksame Maßnahmen gegen Beitar Jerusalem wegen „anhaltenden und gut dokumentierten rassistischen Verhaltens“ zu ergreifen. Beim jüngsten Europacup-Auswärtsspiel Beitars gegen AEK Larnaca auf Zypern kam es nach Fan-Zusammenstößen zu neun Festnahmen.
Zusätzlichen Zündstoff birgt eine angekündigte pro-palästinensische Kundgebung am Donnerstag um 17 Uhr am Reumannplatz im zehnten Wiener Gemeindebezirk, unweit der Austria-Heimstätte. Die Veranstalter werden gegen die Teilnahme des Klubs an der Conference League protestieren. Die Polizei Wien hat entsprechende Maßnahmen für die Sicherheit der Fangruppierungen und Versammlungsteilnehmer getroffen. Die Austria hofft auf einen ruhigen Verlauf in und um das Stadion.
Sportliche Ziele und neue Partnerschaft
Sportlich geht es für die Austria um den Einzug in die erste europäische Gruppenphase seit vier Jahren. Sollte die Hürde Beitar Jerusalem genommen werden, müsste im Play-off noch gegen SC Braga oder Dinamo Minsk gewonnen werden. In den vergangenen drei Jahren scheiterten die Wiener in der Qualifikation zur Conference League an Legia Warschau, Tampereen Ilves und Banik Ostrava.
Ein möglicher Aufstieg hätte auch Auswirkungen auf den Spielplan in der Bundesliga. Das Heimspiel gegen die WSG Tirol würde dann vom 23. August auf den 2. September verschoben. Die Austria gab zudem bekannt, einen neuen Hauptsponsor gefunden zu haben. Nach sechs Spielen ohne Trikotsponsor wird ab Donnerstag das internationale Gastrounternehmen Aramark auf den Dressen prangen. Aramark ist bereits seit dem Vorjahr Cateringpartner des Vereins, und die Sponsorpartnerschaft wurde für ein Jahr vereinbart.

Laut Finanzvorstand Harald Zagiczek soll die Partnerschaft über eine Million Euro in die Kassen der Austria spülen.
Source: sport.orf.at