Bundesliga: Weiper macht Sturm „Lust auf mehr“

Sturm Graz feiert Auswärtssieg im Steirer-Derby

Weiper glänzt als Joker

Sturm Graz konnte sich im Steirer-Derby gegen Hartberg durchsetzen, wobei Nelson Weiper eine entscheidende Rolle spielte. Der 21-jährige Leihstürmer von Mainz wurde in der 62. Minute zusammen mit Simon Seidl und Emran Soglo eingewechselt. Dieser Dreifachtausch zeigte Wirkung, insbesondere nachdem Hartbergs Konstantin Schopp kurz zuvor in der 60. Minute mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt worden war.

Weiper erzielte in der 69. und 81. Minute zwei Tore, jeweils nach Vorarbeit von Seidl. Er beschrieb seinen Einstand als „gut“ und hob hervor, dass alle drei eingewechselten Spieler an den Toren beteiligt waren, was „nicht so oft“ vorkomme. Trotz seines erfolgreichen Auftritts kämpft Weiper laut Trainer Ingolitsch mit körperlichen Problemen und versucht, mit Schmerzmitteln und Spritzen im Spielbetrieb zu bleiben.

Herausforderungen und Ausblick

Ingolitsch betonte, dass Weiper noch nicht die gewünschte Fitness erreicht habe und daher behutsam mit ihm umgegangen werden müsse, um langfristige Ziele zu verfolgen. Sollte Weiper weiterhin als „Joker“ erfolgreich sein, wäre dies für die Grazer akzeptabel. Der Trainer hob hervor, dass Weiper ein Stürmer sei, der Spiele im Strafraum entscheiden könne, eine Qualität, die dem Team in der vergangenen Saison gefehlt habe.

Weiper selbst bestätigte seine angeschlagene Verfassung, äußerte sich jedoch optimistisch über seine Fortschritte nach schwierigen Wochen. Er plant, am Dienstag im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahce Istanbul einen Beitrag zu leisten, nachdem das Hinspiel mit 0:2 endete. Er ist zuversichtlich, dass mit einem frühen Tor alles möglich sei.

Emotionale Rückkehr und Liga-Serie

Für Jürgen Heil war die Partie in Hartberg emotional, da er nach elf Jahren bei Hartberg im Sommer zu Sturm wechselte und erstmals im neuen Trikot zurückkehrte. Er beschrieb seine Zeit in Hartberg als eine „schöne Zeit“ und die Mannschaft als „Familie“. Vor dem Spiel wurde Heil offiziell von Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl verabschiedet, die ihm eine „Mallorca-Reise auf Lebenszeit“ als Abschiedsgeschenk anbot.

Sturm Graz absolvierte mit diesem Spiel bereits das fünfte Auswärtsspiel innerhalb von 15 Tagen. Ingolitsch zeigte sich stolz auf seine Mannschaft, die trotz des anspruchsvollen Programms einen „hart erkämpften Pflichtsieg“ einfahren konnte. Die Mannschaft sei „extrem zusammengewachsen“ und „sehr stabil“. Mit dem Sieg in Hartberg ist Sturm Graz saisonübergreifend seit 15 Ligaspielen ungeschlagen.

Jubel bei Sturm – hängende Köpfe in Hartberg
Jubel bei Sturm – hängende Köpfe in Hartberg Credit: krone.at

Hartbergs Situation und GAK-Sieg

Hartberg hingegen ist weiterhin ohne Punkte und Tore in der Liga, was nach den Spielen gegen Salzburg und Sturm Graz nicht überraschend sei. Trainer Markus Schopp äußerte sich unzufrieden mit dem Resultat, jedoch zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft. Er bedauerte den Ausschluss seines Sohnes Konstantin, der bis dahin eine „tadellose Leistung“ gezeigt hatte. Abwehrspieler Lukas Spendhofer sprach von einem „Mörderauftaktprogramm“ und freut sich auf zukünftige Gegner auf Augenhöhe.

Der GAK konnte im Spiel gegen Lustenau nach einer frühen Führung und einem unerwarteten Ausgleich letztlich einen Sieg einfahren. Nach dem 1:1 durch Donovan Pines in der 18. Minute glich Dion Kacuri für Lustenau in der 51. Minute aus. GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer bemängelte einen „Schlendrian“ nach den ersten 30 überzeugenden Minuten. Der Siegestreffer durch Alexander Hofleitner in der 66. Minute sorgte für eine wichtige Motivation für die kommenden Auswärtspartien bei Rapid und dem WAC.

Dieser frühe Saisonsieg ist für die 2024 in die höchste Spielklasse zurückgekehrten Grazer von großer Bedeutung, da sie in den vergangenen Saisons 13 bzw. zwölf Runden auf einen solchen Erfolg warten mussten. Feldhofer betonte die Wichtigkeit dieses Sieges, da seine Mannschaft im Kalenderjahr 2026 vor heimischem Publikum ungeschlagen ist. Lustenau hingegen steht nach der Auftaktniederlage und nur wenigen Torchancen viel Arbeit bevor.

Source: sport.orf.at