Nach Fiala-Abgang: Ried hat einen neuen Sportdirektor

Ried ernennt Lukas Brandl zum neuen Sportdirektor nach Fiala-Abgang

Die SV Ried hat Lukas Brandl als ihren neuen Sportdirektor vorgestellt. Brandl, der seit der Saison 2021/22 für den Verein aus dem Innviertel tätig ist, übernimmt die Verantwortung für die sportliche Entwicklung der „Wikinger“. Er hat einen Vertrag bis 2029 unterzeichnet. Diese Ernennung folgt auf den Wechsel von Wolfgang Fiala, dem bisherigen Geschäftsführer Sport der SV Ried, der Anfang Oktober seine neue Position bei Rapid Wien antreten wird.

Brandl ist kein neues Gesicht bei der SV Ried, da er gemeinsam mit Fiala als maßgeblicher Gestalter der Rieder Spielidee galt. Der neue Sportdirektor betonte, dass es nun darum gehe, diese Idee weiterzuentwickeln und an aktuelle Rahmenbedingungen, wie etwa Regelwerksänderungen, anzupassen. Er beschreibt seine Philosophie als eine, bei der er seine volle Energie in die Aufgabe für den Verein legen wird, wobei es stets um die SV Ried und den Fußball gehe, nie um einzelne Personen.

Kontinuität und Philosophie

Thomas Gahleitner, der Klub-Boss der SV Ried, äußerte sich positiv über die Ernennung Brandls. Er hob hervor, dass Brandl den Verein sehr gut kenne und bereits gemeinsam mit Fiala ein solides sportliches Fundament geschaffen habe. Dieses Fundament soll dem Verein ermöglichen, nachhaltig in der Bundesliga konkurrenzfähig zu bleiben. Die Kernaufgaben von Brandl umfassen die Kaderplanung und die Weiterentwicklung der Spielidee.

Brandl unterstrich die Notwendigkeit, auf dem Transfermarkt stets clevere und kreative Lösungen zu finden. Zudem sei es entscheidend, eine starke Mannschaftsidentität zu entwickeln, die zur Region Innviertel passe. Er betonte auch, dass der Verein immer so aufgestellt sein müsse, dass mögliche Abgänge adäquat ersetzt werden können. In diesem Zusammenhang erwähnte er frühere Abgänge wie Ex-Trainer Maximilian Senft sowie die Spieler Nicolas Bajlicz und Kingstone Mutandwa.

Ein zentraler Aspekt von Brandls Vision ist die durchgängige Umsetzung einer einheitlichen Spielidee von der U-15 bis zur Kampfmannschaft. Er sieht es als seine Aufgabe, sich ständig mit allen Trainern im Verein auszutauschen und sie bei der Umsetzung dieser Philosophie zu unterstützen. Brandl erklärte, dass eine einheitliche Spielidee besonders kleineren Vereinen helfe, personelle Fluktuationen, wie sie in der aktuellen Saison auftraten, besser abzufedern.

Fialas Wechsel zu Rapid Wien

Der Abgang von Wolfgang Fiala zu Rapid Wien wurde offiziell bestätigt. Fiala, der bisherige Sport-Geschäftsführer der SV Ried, wird in Hütteldorf die Position des Technischen Direktors übernehmen. Bei Rapid wird der 38-Jährige für mehrere Bereiche verantwortlich sein, darunter „Performance & Health“, die Spielerentwicklung vom Nachwuchs über die Akademie bis hin zur Durchlässigkeit in den Profifußball, die Entwicklung der Trainer aller Altersstufen sowie die Gewährleistung einer einheitlichen Fußballentwicklung und Methodik in allen Burschen- und Männerteams.

Rapid-Präsident Alexander Wrabetz erläuterte, dass eine umfassende Analyse strukturellen Verbesserungsbedarf aufgezeigt habe, um die Voraussetzungen für künftige sportliche Erfolge zu optimieren. Dies betreffe insbesondere eine bessere Verbindung zwischen dem Akademiebereich und den Profiteams, eine Reduktion verletzungsbedingter Ausfallzeiten und die nachhaltige Umsetzung der einheitlichen Fußballentwicklung in allen Altersbereichen. Fiala soll unvoreingenommen den Status Quo analysieren und Maßnahmen zur raschen Verbesserung in diesen Bereichen erarbeiten.

Fiala, der 1987 in Wien geboren wurde, hat sich seine Kompetenzen von Grund auf angeeignet. Er gilt als akribisch und kommunikationsstark. Seine Karriere umfasst Stationen als Co-Trainer beim SV Leobendorf und SC Team Wiener Linien sowie als Cheftrainer bei Maccabi Wien und ASV 13. Parallel dazu absolvierte er ein Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien und einen Lehrgang zum Akademischen Sportjournalisten an der Universität Salzburg. Er arbeitete auch als Datenanalytiker und Videoanalyst bei Rapid II sowie als Co-Trainer und Spielanalyst beim Frauen-Nationalteam.

Jetzt ist der Fiala-Deal offiziell!
Jetzt ist der Fiala-Deal offiziell! Credit: krone.at

Fialas Weg und Einfluss

Im Jahr 2020 wechselte Fiala zur SV Ried und übernahm die Rolle des sportlichen Leiters im Nachwuchsbereich. Dort betonte er, die Verantwortung für die Akademie-Spieler zu übernehmen und sie auf ihrem Karriereweg zu unterstützen, mit dem Ziel, Spieler für die eigene Profi-Mannschaft auszubilden. Mit nicht einmal 34 Jahren wurde er zum Vorstand Sport der SV Ried ernannt und erhielt 2023 nach dem Bundesliga-Abstieg die sportliche Gesamtverantwortung als Geschäftsführer.

Unter Fialas Führung entwickelte die Akademie gute Ergebnisse. Gemeinsam mit Senft entwickelte er eine Spielidee, die zum Aufstieg und anschließend zum Klassenerhalt führte. Fiala betonte stets die Wichtigkeit einer klaren Vereinsidentität: „Wenn man nicht ganz genau weiß, wofür man als Verein stehen will, dann gibt es viele Entscheidungsmöglichkeiten. Dadurch werden die äußeren Umstände viel wichtiger.“ Er sieht sich als „Kluboptimierer“ und legte Wert auf die Entwicklung von Spielern und ein Konzept für den internen Spielerbewertungsprozess, bei dem Stärken und Charakter der Spieler im Vordergrund stehen.

Klub-Boss Gahleitner bedankte sich bei Wolfgang Fiala für dessen großen Beitrag in den vergangenen Jahren. Er hob hervor, dass gemeinsam viel bewegt und nachhaltige Strukturen im Sportbereich geschaffen wurden. Die sportlichen Erfolge sowie die Transfers vieler Spieler und des Trainerteams seien ein Beleg für außergewöhnliche Leistungen. Gahleitner wertete es als deutliches Zeichen, dass ein Klub wie der SK Rapid den Geschäftsführer Sport der SV Ried abwerbe. Für die SV Ried steht am Freitag der nächste Härtetest an: Im Oberösterreich-Derby treffen die Innviertler auf den LASK.

Source: laola1.at