Wirbel um Präsidenten - Statement! FIFA wittert Kampagne gegen Infantino

FIFA verteidigt Infantino gegen Vorwürfe und spricht von Kampagne

Vorwürfe gegen FIFA-Präsidenten

Der Fußball-Weltverband FIFA verteidigt seinen Präsidenten Gianni Infantino entschieden gegen aktuelle Vorwürfe. In einer am Samstagabend veröffentlichten Stellungnahme sprach die FIFA von „Unterstellungen und Falschinformationen“, die darauf abzielen würden, den gebürtigen Schweizer aus seinem Amt zu drängen.

Die jüngsten Meldungen betreffen Infantinos Zeit als UEFA-Generalsekretär. Es wurde bekannt, dass einer ehemaligen Mitarbeiterin bei ihrem Ausscheiden aus dem europäischen Verband Ende 2011 eine sechsstellige Abfindungssumme gezahlt und zusätzlich ein MBA-Studium an einer Business School finanziert wurde. Die Gebühren für das MBA-Studium sollen bei rund 45.000 Pfund pro Jahr oder etwa 52.500 Euro jährlich gelegen haben. Ein gut informierter Funktionär sagte, die Angelegenheit habe Infantino damals beinahe seine Karriere gekostet.

Die Frau soll während ihrer gemeinsamen Zeit mit Infantino einen deutlichen Karrieresprung gemacht haben. Ihr Gehalt sei um rund 30 Prozent auf etwa 160.000 Schweizer Franken, was etwa 171.000 Euro entspricht, gestiegen. Sie stieg von einer administrativen Position in eine besser bezahlte Führungsposition auf. Dies soll bereits damals innerhalb der UEFA Fragen aufgeworfen haben.

Die UEFA bestätigte auf Anfrage die Zahlungen. Ein Sprecher erklärte, dass die Zahlung der betreffenden Person bei ihrem Ausscheiden geleistet wurde, verbunden mit der Übernahme der Gebühren für einen MBA-Kurs an einer örtlichen Business School. Die Zahlung entsprach den damals geltenden Regelungen für ausscheidende Mitarbeiter. Die Personalregeln seien seit 2016 verschärft worden und entsprächen nun denen einer modernen, öffentlich exponierten Organisation.

FIFA weist Anschuldigungen zurück

Die FIFA wies die Vorwürfe als „kategorisch unwahr“ zurück. Ein FIFA-Sprecher erklärte, dass jede Andeutung unangemessenen Verhaltens oder eines Verstoßes gegen Statuten oder Vorschriften verleumderisch sei. Es sei niemals eine Beschwerde über das Verhalten von Infantino von einem Mitarbeiter der UEFA oder FIFA erhoben worden. Alle Maßnahmen der Organisation im Zusammenhang mit Mitarbeitern, einschließlich Ausscheiden und Abfindungsregelungen, seien stets von den zuständigen Führungskräften im Einklang mit allen geltenden Vorschriften genehmigt worden.

Die FIFA betonte in ihrer Stellungnahme, dass Infantino gewählt wurde und sein Amt weiterhin auf Grundlage des Mandats ausübt. Er habe zu bedeutenden Veränderungen im Fußball beigetragen. Der Weltverband sieht zunehmend deutlich, „dass einige Akteure gemeinsam und fortlaufend versuchen, die FIFA und ihren Präsidenten zu untergraben“. Dabei würden Tatsachen verdreht und Falschinformationen gestreut.

Nach Informationen wird die UEFA ein internes Ermittlungsverfahren zu Vorgängen aus der Zeit vor der Amtsübernahme von Aleksander Čeferin einleiten. Dabei soll geklärt werden, wie die Zahlungen zustande kamen, wer sie genehmigte und auf welcher Grundlage das MBA-Studium finanziert wurde. Auch das Verhältnis zwischen Infantino und der Mitarbeiterin soll geprüft werden, um festzustellen, ob seine Nähe zu ihr bei Personal- oder Finanzentscheidungen eine Rolle spielte.

FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino Credit: krone.at

Reaktionen und zukünftige Ausrichtung

Die FIFA erklärte, sie sei „entschlossener denn je“, ihre Mission zu erfüllen, den Fußball wirklich global zu machen. Der Fokus bleibe fest auf dieser Aufgabe gerichtet. Die Organisation kündigte an, unzutreffenden oder irreführenden Berichten unmittelbar und energisch entgegenzutreten.

Zusätzlich zu den Vorwürfen bezüglich der ehemaligen Mitarbeiterin gab es Berichte, dass Infantino versucht hatte, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Dies führte zu einer Drohung der UEFA mit einem WM-Boykott. Der norwegische Verband forderte Infantino als erste Nation zum sofortigen Rücktritt als FIFA-Präsident auf.

Der damalige UEFA-Präsident Michel Platini soll Infantino zur Rede gestellt haben, wobei die Angelegenheit innerhalb der UEFA als brisant wahrgenommen wurde. Mitarbeiter sollen Platini aufgefordert haben, seinen Generalsekretär zu entlassen. Ein Insider schilderte, Platini habe Infantino vor die Wahl gestellt, woraufhin Infantino erklärt haben soll: „Sie wird gehen.“ Kurz darauf schied die Mitarbeiterin aus der UEFA aus.

Die aktuellen Vorgänge sorgen für erhebliche Unruhe in der Zentrale des europäischen Fußballverbands in Nyon. Uefa-Präsident Aleksander Čeferin, der seit September 2016 an der Spitze des Verbands steht, rückt dabei ebenfalls in den Fokus, da Fragen aufkommen, was er über die Zahlungen wusste und seit wann.

Die FIFA bekräftigte ihre Entschlossenheit, die Mission, den Fußball wirklich global zu machen, zu erfüllen.

Source: krone.at