US Nationalarchiv NSDAP: 16,3 Millionen Mitgliedsdaten online
poellauer-news >> Politics>> US Nationalarchiv NSDAP: 16,3 Millionen Mitgliedsdaten online
US Nationalarchiv NSDAP: 16,3 Millionen Mitgliedsdaten online
The wider picture
Das US Nationalarchiv hat kürzlich 16,3 Millionen Datensätze von Mitgliedern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) online zugänglich gemacht. Diese umfangreiche Sammlung bietet einen detaillierten Einblick in die Mitgliedschaft der NSDAP, die in den Jahren vor und während des Zweiten Weltkriegs eine entscheidende Rolle in Deutschland spielte.
Die veröffentlichten Daten umfassen Informationen wie Namen, Geburtsdaten und Mitgliedsnummern. Historiker schätzen, dass im Jahr 1945 etwa 10 % der Deutschen und Österreicher Mitglieder der NSDAP waren, was die weitreichende Verbreitung dieser politischen Organisation verdeutlicht. Die Mitgliedschaft in der NSDAP signalisierte zumindest Zustimmung zu den Idealen der Partei, wie Historiker Martin Winter anmerkt.
Die NSDAP-Mitgliedsdaten wurden ursprünglich im ‚Braunen Haus‘, dem Hauptquartier der NSDAP in München, aufbewahrt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entdeckten amerikanische Truppen die Aufzeichnungen in einer Papierfabrik in München. Diese Aufzeichnungen wurden von Hanns Huber, einem ehemaligen NSDAP-Mitglied, vor der Zerstörung bewahrt, was es ermöglichte, dass sie heute digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
Das US Nationalarchiv bietet sowohl die Zentrale Karteikarte der NSDAP als auch die Ortsgruppenkarteikarte an. Die digitalisierten Aufzeichnungen sind hierarchisch innerhalb des Record Group 242 organisiert und umfassen rund 6,6 Millionen Mitgliedskarten sowie 4,3 Millionen Karten aus der Zentralen Karteikarte. Diese Daten sind ohne vorherige Registrierung zugänglich, was den Zugang zur NSDAP-Geschichte erleichtert.
Winter weist jedoch darauf hin, dass die Mitgliedschaft in der NSDAP allein wenig über das Verhalten einer Person während des Nationalsozialismus aussagt. „Die Mitgliedschaft in der Partei zeige vorerst nur, dass jemand eingetreten sei und sage wenig darüber aus, wie sich die Person im Nationalsozialismus verhalten habe“, erklärt er. Dies ist ein wichtiger Punkt, da viele Menschen aus verschiedenen Gründen in die Partei eintraten, und die Daten allein keine vollständige Geschichte erzählen.
Die Veröffentlichung dieser Daten hat das Potenzial, die Forschung über die NSDAP und ihre Mitglieder erheblich zu erweitern. Historiker und Forscher können nun auf eine Fülle von Informationen zugreifen, die zuvor nur schwer zu finden waren. Die USA ermöglichen im Gegensatz zu Deutschland einen Zugang zu einer vollständigen digitalen Kopie der mikroverfilmten NSDAP-Zentralkartei sowie der NSDAP-Ortsgruppenkartei, was einen bedeutenden Fortschritt in der historischen Forschung darstellt.
Details bleiben unbestätigt, aber die Reaktion auf die Veröffentlichung dieser Daten könnte weitreichende Auswirkungen auf die Geschichtswissenschaft und das öffentliche Verständnis der NSDAP und ihrer Mitglieder haben. Die Möglichkeit, die Mitgliedschaft zu überprüfen, könnte auch für Nachfahren von NSDAP-Mitgliedern von Interesse sein, die mehr über ihre Familiengeschichte erfahren möchten.