Tamlspitze: Tragisches Lawinenunglück in den Tuxer Alpen
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Tamlspitze: Tragisches Lawinenunglück in den Tuxer Alpen
Am Samstag ereignete sich ein weiteres tragisches Lawinenunglück in den Tuxer Alpen. Laut Angaben der Tiroler Polizei wurden am Samstagabend gegen 20 Uhr ein 44-jähriger und ein 47-jähriger Österreicher als vermisst gemeldet. Beide hatten sich auf eine Skitour zur 2608 Meter hohen Tamlspitze im Gemeindegebiet von Tux/Lanersbach begeben.
Fatales Lawinenunglück an der Tamlspitze: Nachteinsatz eingestellt
Unmittelbar nach der Meldung begannen die Einsatzkräfte mit einer umfassenden Suchaktion, an der mehrere Teams der Bergrettung Tux und Mayrhofen beteiligt waren. Aufgrund der laut Polizei „anhaltenden, äußerst gefährlichen Lawinensituation“ musste die Suche jedoch nach Mitternacht eingestellt werden.
Am Sonntagmorgen setzten die Bergretter ihre Suche um 6:30 Uhr fort. Die Crew eines Polizeihubschraubers entdeckte mehrere Lawinenabgänge im Gebiet der Tamlspitze. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen war jedoch eine vollständige Suche mit dem Helikopter nicht möglich. Ein Signal eines Lawinenverschüttetensuchgerätes konnte von der Besatzung zunächst nicht empfangen werden. Zudem war es aufgrund der Lawinengefahr und der Wetterlage zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, Bergretter und Alpinpolizisten im Suchgebiet abzusetzen.
Tamlspitze in den Tuxer Alpen: Überreste von Skitourengehern entdeckt und geborgen
Nach vorübergehenden Wetterverbesserungen nahmen Helikopter-Teams erneut Suchflüge auf – zunächst ohne Erfolg. Am Mittag wurde ein weiterer Versuch mit dem Polizeihubschrauber gestartet, um mehrere Lawinenkegel aus der Luft mithilfe eines LVS-Geräts zu durchsuchen. Um 12.30 Uhr konnte ein LVS-Signal nördlich der Tamlspitze geortet und identifiziert werden.
Bergretter und Alpinpolizisten wurden anschließend zu diesem Ort gebracht. Die Einsatzkräfte begannen daraufhin mit der Suche vom Boden aus. Gegen 13 Uhr gelang es ihnen, die erste Person unter der Schneedecke zu finden und auszugraben. Kurz darauf entdeckten die Bergretter in der Nähe ein weiteres LSV-Gerät – und die zweite Person konnte ebenfalls freigelegt werden. Eine Notärztin stellte jedoch bei den beiden Tourengehern nur noch den Tod fest.
Am Samstag galt in den Tuxer Alpen, wie an vielen anderen Orten, die Warnstufe 3 – also erheblich. „Lawinen können im Altschnee ausgelöst werden und an Größe zunehmen. Dies geschieht bereits durch einzelne Wintersportler. Die Gefahrenstellen befinden sich hauptsächlich an steilen West-, Nord- und Osthängen über etwa 2000 Metern“, berichtete der Lawinenwarndienst auf seiner Webseite.
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Animation: Realitätkarten