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Spiridon II: Tierschutzskandal in der Türkei

The wider picture

Der Tierschutzskandal rund um das Schiff Spiridon II hat in der Türkei und darüber hinaus für erhebliche Besorgnis gesorgt. Am 20. September 2025 wurden über 3.000 Rinder von Uruguay in die Türkei verschifft. Die Umstände dieses Transports werfen Fragen zur Einhaltung von Tierschutzstandards auf, insbesondere angesichts der Berichte über die Geburt von 140 Kälbern auf hoher See, von denen 90 bei der Ankunft in der Türkei nicht mehr auffindbar waren.

Das Schiff Spiridon II, das am 22. Oktober 2025 von türkischen Behörden gestoppt wurde, ist 53 Jahre alt und hat seit 2021 94 Mängel dokumentiert. Diese Mängel werfen ein Licht auf die Sicherheitsstandards und die Eignung des Schiffs für den Transport lebender Tiere. Hunderte der transportierten Tiere waren ohne Ohrmarken, und es gab widersprüchliche Dokumente, was die Situation weiter kompliziert.

Die Tiere blieben wochenlang an Bord, bevor sie schließlich in Libyen verkauft wurden. Die AgroBreeding GmbH, die für den Transport verantwortlich ist, weist die Vorwürfe zurück und erklärt, dass die Verzögerungen nicht von ihnen zu vertreten seien. „Tatsächlich hat es aus Gründen, die nicht von uns zu vertreten sind, Verzögerungen gegeben“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Die Importeure in der Türkei haben rechtliche Schritte gegen die AgroBreeding GmbH eingeleitet, und es geht um 2 Millionen Dollar in der Klage. Savas Dursun, ein Tierschutzaktivist, äußerte sich kritisch: „Die Firma Klinger hätte diese Kühe nie verladen dürfen“. Diese Aussage verdeutlicht die Verantwortung, die Unternehmen für das Wohl der Tiere tragen.

Die Rechtslage bei Tiertransporten innerhalb der EU ist kompliziert, und internationale Standards sind nicht bindend. Christina Toth, eine Expertin für Tierschutz, kommentierte: „Zwar gibt es Richtlinien von der internationalen Tiergesundheitsorganisation WOAH, diese sind jedoch rechtlich nicht bindend.“ Dies führt zu einem rechtlichen Graubereich, in dem Tierschutz oft hinter wirtschaftlichen Interessen zurücksteht.

Der Transport von trächtigen Rindern in die Türkei ist nicht unüblich, da diese für die Milchwirtschaft verwendet werden. Männliche Rinder hingegen werden geschlachtet, was die wirtschaftlichen Motive hinter diesen Transporten verdeutlicht. Die Vorfälle rund um das Schiff Spiridon II könnten jedoch zu einem Umdenken in der Branche führen.

Details bleiben unbestätigt, und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen in diesem Fall eintreten werden. Der Skandal hat bereits die Aufmerksamkeit von Tierschutzorganisationen auf sich gezogen, die eine Überprüfung der Transportstandards fordern. Der Fall könnte weitreichende Folgen für die Tierhaltung und den Tierschutz in der Region haben.