Österreichische Nationalbank OeNB und Auswirkungen des Iran-Kriegs
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Österreichische Nationalbank OeNB und Auswirkungen des Iran-Kriegs
Die Zahlen
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat in ihren aktuellen Prognosen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs analysiert. Die Bank erwartet ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,5 Prozent für das Jahr 2026. Gleichzeitig wird eine Inflation von 2,7 Prozent prognostiziert, was einen Anstieg im Vergleich zur vorherigen Schätzung von 2,4 Prozent darstellt.
Die OeNB warnt, dass eine Totalsperre der Straße von Hormus, einer entscheidenden Handelsroute für Erdöl, das globale Erdölangebot um 20 Millionen Fass pro Tag reduzieren könnte. In den ersten zwei Wochen des Konflikts stieg der Ölpreis von 73 auf rund 100 US-Dollar pro Fass, was die Sorgen über steigende Energiepreise verstärkt.
Ohne Gegenmaßnahmen rechnet die OeNB mit einem Preisanstieg von 38 bis 99 Prozent. Allerdings könnten durch mehrere Gegenmaßnahmen die Preissteigerungen auf 18 bis 47 Prozent begrenzt werden. Diese Unsicherheiten über die Dauer des Krieges haben bereits Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich.
Wolf Reuter, ein Sprecher der OeNB, betonte: „Wenn der Krieg noch lange dauert, werden die Auswirkungen gravierend sein.“ Die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts ist das dominierende Element, das die wirtschaftlichen Prognosen beeinflusst. Auch die Teuerung könnte um 0,6 Prozentpunkte höher ausfallen als ohne die Öl- und Gaspreisanstiege.
Die Kapitalmärkte rechnen mit zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr, was die Reaktionen auf die steigenden Preise und die Inflation widerspiegelt. Reuter fügte hinzu, dass die EU vor allem dort gefragt sei, wo es bereits integrierte Märkte gibt – etwa im Energie- und Strommarkt. Die OeNB hat als erstes großes Institut ihre Wirtschaftsprognose für 2026 vorgestellt, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Details bleiben unbestätigt, da die finalen Inflationszahlen für März noch nicht vorliegen. Die Unsicherheit über die genauen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum bleibt bestehen. Die OeNB wird weiterhin die Entwicklungen beobachten und gegebenenfalls Anpassungen an ihren Prognosen vornehmen.