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NSDAP Mitgliederkartei: Einblick in die Vergangenheit

The numbers

Die NSDAP hatte bis 1945 etwa 8,5 Millionen Mitglieder in Deutschland. Diese Mitgliederkarteien sind nun im US-Nationalarchiv veröffentlicht worden und bieten einen umfassenden Einblick in die Struktur und die Mitglieder der Partei. Insgesamt stehen rund 16 Millionen Objekte zu NSDAP-Mitgliedern auf mehr als 5000 digitalisierten Mikrofilmrollen zur Verfügung.

Die Mitgliederkarteien enthalten wichtige Informationen wie Name, Geburtsdatum, Eintrittsdatum und Mitgliedsnummer. Die Zentralkartei umfasst etwa 4,3 Millionen Karten, die zwischen 1929 und 1943 angelegt wurden, während die Ortsgruppenkartei rund 6,6 Millionen Mitgliedskarten enthält. Diese Dokumente sind von historischer Bedeutung und ermöglichen es Forschern und Interessierten, mehr über die Mitglieder der NSDAP zu erfahren.

Ein bemerkenswerter Aspekt der Veröffentlichung ist die Rettung der Mitgliederkartei vor der Vernichtung durch Hanns Huber, der die Dokumente versteckte. Das Bundesarchiv hat die Dokumente 1994 übernommen und bietet sie im Original an. Die Online-Suche im US-Nationalarchiv ist ohne Anmeldung möglich, was den Zugang zu diesen historischen Daten erleichtert.

Die Suche in der Datenbank kann durch Namens-, Orts- und Datumssuche eingegrenzt werden. Dennoch betont Martin Clemens Winter, ein Experte auf diesem Gebiet, dass die Mitgliedschaft in der NSDAP wenig über die Überzeugungen der Mitglieder aussagt. Er erklärt: „Es ist keine Nazisuchmaschine.“ Dies verdeutlicht, dass die bloße Auffindung eines Namens in der Datenbank nicht automatisch auf eine aktive Unterstützung der NSDAP hindeutet.

Winter äußert sich auch zur großen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit, die die Veröffentlichung der Mitgliederkarteien erregt hat: „Ich hätte eigentlich nicht erwartet, dass es so eine Aufmerksamkeit gibt. Das gesellschaftliche Interesse daran ist groß.“ Dies zeigt, dass das Thema auch Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer von hoher Relevanz ist.

Elmar Kramer, ein weiterer Fachmann, weist darauf hin, dass es weit mehr braucht, als nur die Datenbank zu durchsuchen, um ein umfassendes Verständnis zu erlangen. „Es gehört weit mehr dazu, als nur rein zu klicken und dann etwas vermeintlich in Erfahrung gebracht zu haben, es braucht auch Hintergrund-Wissen,“ sagt er. Dies unterstreicht die Komplexität der Thematik und die Notwendigkeit, sich intensiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

In Deutschland gelten Schutzfristen von 100 Jahren nach Geburt oder 10 Jahren nach Tod einer Person für personenbezogene Daten. Dies bedeutet, dass viele Informationen über lebende Personen oder kürzlich verstorbene Mitglieder der NSDAP nicht zugänglich sind. Details remain unconfirmed.

Die Veröffentlichung der NSDAP Mitgliederkartei ist ein bedeutender Schritt in der Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und bietet Forschern, Historikern und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich intensiver mit dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen.