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Intensivtäter: Neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität

Wie geht Wien mit dem Problem der Intensivtäter um? Die Stadt hat beschlossen, strafunmündige Intensivtäter künftig für bis zu zwölf Wochen anzuhalten.

Diese Maßnahme richtet sich an Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren, die wiederholt schwere Taten begangen haben. Jährlich können bis zu 16 solcher Intensivtäter in einer speziell betreuten Einrichtung am Stadtrand von Wien untergebracht werden.

Die Entscheidung über die Unterbringung trifft eine Kommission aus sozialpädagogisch ausgebildeten Fachkräften und der Polizei. Diese Maßnahme ist als Ultima Ratio gedacht, wenn andere Betreuungsformen gescheitert sind. Die Einrichtung wird mit bruchsicherem Glas und Sicherheitstüren ausgestattet, um sowohl die Sicherheit der Kinder als auch der Betreuer zu gewährleisten.

Die Kosten für die Auszeit-WG belaufen sich auf jährlich 800.000 Euro. Die ersten Bewohner sollen im Mai 2026 einziehen. Die Maßnahme stützt sich auf das Heimaufenthaltsgesetz und soll sowohl abschreckend wirken als auch zur Resozialisierung beitragen.

Die Initiative kommt vor dem Hintergrund steigender Jugendkriminalität. Im Jahr 2024 wurden 12.049 Anzeigen gegen strafunmündige Kinder und Jugendliche registriert. Bettina Emmerling, eine verantwortliche Politikerin, sagt: „Wir setzen heute einen Meilenstein im Kampf gegen die Kinder- und Jugendkriminalität.“

Doch nicht alle Experten sind überzeugt von dieser Strategie. Bernhard Achitz äußert Bedenken: „Wenn man diese Kinder nur gleich wegsperrt, ist das eine Beruhigungspille.“ Astrid Pany beschreibt die Situation der betroffenen Kinder als geprägt von „Überforderung, Angst und Verletzung.“ Sie kommen oft aus äußerst schwierigen Verhältnissen und haben häufig kriminelle Elternteile.

Details bleiben unbestätigt über die langfristigen Auswirkungen dieser Maßnahmen. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die neue Einrichtung bei der Resozialisierung der Intensivtäter sein wird.