Österreich: Arbeitsmarkt zeigt erste Anzeichen der Erholung
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Österreich: Arbeitsmarkt zeigt erste Anzeichen der Erholung
In mehreren Bundesländern zeigen die Zahlen bereits eine rückläufige Tendenz, und AMS-Chef Johannes Kopf erkennt Anzeichen einer Entspannung. „Obwohl die Anzahl der beim AMS als arbeitslos oder in Schulung gemeldeten Personen (…) ansteigt, sind in einigen Bereichen bereits deutliche Hinweise auf die erwartete Erholung zu sehen: In Oberösterreich und Kärnten sinkt die Arbeitslosigkeit, und erfreulicherweise steigt auch die Zahl der offenen Stellen wieder an“, wurde Kopf in der Mitteilung zitiert.
Im Januar stiegen die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent, während sie im Dezember um zwei Prozent zulegten. Im Februar erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent.
Rückläufige Arbeitslosenzahlen
Wien: Die Arbeitslosigkeit sinkt nach drei Jahren wieder
Ein Rückgang wurde nicht nur in Oberösterreich (minus 0,8 Prozent) und Kärnten (minus 0,7 Prozent) verzeichnet, sondern auch in Wien, wo die Zahlen mit minus 0,1 Prozent zurückgingen. In Wien ist die Anzahl der Arbeitslosen somit zum ersten Mal seit März 2023 wieder gesunken – weitere Informationen dazu finden Sie auf wien.ORF.at.
In Salzburg gab es einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern von 1,5 Prozent – weitere Informationen dazu finden Sie auf salzburg.ORF.at. Tirol folgt mit einem Anstieg von 2,7 Prozent. In der Steiermark wurde ein Zuwachs von 3,1 Prozent verzeichnet – mehr dazu auf steiermark.ORF.at. Im Burgenland betrug der Anstieg 4,3 Prozent – weitere Details auf burgenland.ORF.at. Der größte Zuwachs wurde in Vorarlberg mit 5,7 Prozent festgestellt. Niederösterreich folgt mit einem Plus von 5,4 Prozent – mehr dazu auf noe.ORF.at.
Entwicklung in Oberösterreich
„Die Wirtschaft in Oberösterreich scheint sich stabilisiert zu haben, obwohl die Folgen der langen Rezession weiterhin spürbar sind“, erklärte Iris Schmidt, die Landesgeschäftsführerin des AMS. „Dies zeigt sich besonders darin, dass eine Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit äußerst herausfordernd ist“, so Schmidt – weitere Informationen dazu finden Sie auf ooe.ORF.at.
Peter Wedenig, der Geschäftsführer des AMS Kärnten, erklärte: „Ähnlich wie im Januar ist Kärnten das einzige Bundesland, das einen Anstieg bei den offenen Stellen verzeichnet (plus 2,5 Prozent), unterstützt von den Hilfsberufen (plus 40,3 Prozent) und der Technik (plus 33,1 Prozent)“ – weitere Informationen dazu finden Sie auf kaernten.ORF.at.
Unsicherheit durch den Krieg im Iran
Erholung am Arbeitsmarkt
Die Leiterin des AMS Tirol, Sabine Platzer Werlberger, äußerte sich zu einem stabilen Arbeitsmarkt. Dennoch könnten die geopolitischen Entwicklungen erneut Unsicherheiten hervorrufen. Die leicht angestiegene Arbeitslosigkeit betraf zuletzt hauptsächlich Frauen – weitere Informationen dazu finden Sie auf tirol.ORF.at.
Auch der AMS-Chef Kopf wies auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahen Osten hin: „Dieser Konflikt könnte, neben all dem menschlichen Leid, auch unsere wirtschaftliche Erholung erheblich beeinträchtigen“, so Kopf.
Die Zahlen in der österreichischen Hotellerie und Gastronomie fallen
Steigende offene Stellen
In den verschiedenen Branchen ist ein Rückgang in der Gastronomie und der Beherbergung (minus 0,5 Prozent) zu verzeichnen, was auf eine erfreuliche Tourismussaison zurückzuführen ist. Auch in der Industrie (minus 0,7 Prozent) und im Bauwesen (plus ein Prozent) waren die Zuwächse relativ gering. Im Handel stieg die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent, während sie im Gesundheits- und Sozialwesen um 11,3 Prozent zunahm.
In Bezug auf die sofort verfügbaren offenen Positionen verzeichnete das AMS einen Rückgang von 10,3 Prozent auf etwa 72.000. Positiv hingegen war die Entwicklung bei den neu ausgeschriebenen Stellen, die um 4,1 Prozent auf 46.701 anstiegen.
Bei den sofort verfügbaren Ausbildungsplätzen gab es mittlerweile einen Rückgang, die Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent. Die Ausbildung hatte zuletzt wieder für Aufregung gesorgt, der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und die Arbeiterkammer (AK) beklagten beispielsweise eine zunehmend größere Diskrepanz beim Angebot an Ausbildungsplätzen.
Das Ministerium weist auf die Strategie zur Fachkräftesicherung hin
Das Arbeitsministerium unter der Führung der SPÖ erinnerte an die Veröffentlichung der Zahlen und verwies auf die von der Regierung angekündigte Fachkräftestrategie, die bald entwickelt werden soll. Zudem wurden auch die Initiativen des AMS zur Ausbildung von Fachkräften hervorgehoben.
Die FPÖ kritisierte hingegen die Arbeit der Regierung und forderte einen stärkeren Fokus auf die Ausbildung von Lehrlingen sowie eine Abkehr von der „Einwanderung über die Rot-Weiß-Rot-Karte“. Die Grünen hingegen plädierten für erhöhte Mittel zur aktiven Arbeitsmarktpolitik im Doppelbudget 2027/2028.
Die Arbeiterkammer (AK) fordert verbesserte Rahmenbedingungen für zukünftige Fachkräfte und begrüßt die Fachkräftestrategie der Dreierkoalition. Ähnlich äußerte sich der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), der auf „gute Arbeitsbedingungen, Qualifizierung und echte Gleichstellung“ setzt. Im Gegensatz dazu forderten die Industriellenvereinigung (IV) und die Wirtschaftskammer (WKO) eine Reduzierung der Lohnnebenkosten.