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Andorra: Emma Aicher glänzt im Weltcup und sichert sich Podestplatz

Weltcup in Soldeu: Goggia schneller – Aicher glänzt erneut im Super-G Stand: 01.03.2026 • 11:39 Uhr Einen Tag nach ihrem Erfolg im Super-G sichert sich Emma Aicher wieder einen Platz auf dem Weltcup-Podest. Die Jubelgeste der Siegerin verdeutlicht, wie sehr die junge Deutsche in der internationalen Elite angekommen ist. Von Johannes Kirchmeier

Falls es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, dass Emma Aicher mittlerweile an der Spitze des Ski-Alpin-Weltcups angekommen ist und als derzeit wohl stärkste Speedfahrerin der Welt gilt, dann wurde dieser Beweis am Sonntag (01.03.2026) von der Italienerin Sofia Goggia erbracht.

Goggia, seit vielen Jahren die personifizierte Crème de la Crème unter den Schnellfahrerinnen, beobachtete Aicher, wie sie über die Ziellinie fuhr. Sie bemerkte, dass sie nur knapp vor Aicher lag, was sie zu einer spontanen und leidenschaftlichen Jubelgeste veranlasste. Sie boxte in die Luft und schwang ihre Fäuste kräftig in der Box der Führenden im Ziel. Ihr war klar: Ihr Sieg beim zweiten Super-G in Andorra in Soldeu war nun wohl gesichert.

Emma Aicher sichert sich nach ihrem Triumph den nächsten Platz auf dem Podium in Andorra.

So kam es auch: Goggia sicherte sich am Sonntag den Sieg vor Aicher, die bereits am Samstag erfolgreich war. Die deutsche Spitzenfahrerin, die mit zwei Silbermedaillen von den Olympischen Spielen in Cortina zurückkehrte, feierte nach ihrem fünften Weltcupsieg nun ihren zehnten Podestplatz im Weltcup ihrer Karriere. Den dritten Platz belegte Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen, die ihren ersten Podiumsplatz im Super-G dieser Saison erreichte.

"Einige kleine Fehler" hat Aicher im Interview mit der Sportschau zwar zugegeben, jedoch betont sie: "Ich bin mit meinem Skifahren sehr zufrieden." Der Druck von außen wächst, auch Goggia hat inzwischen Aichers Stärke erkannt. Doch Aicher bleibt so gelassen, wie sie es immer war. Es scheint, als ginge es ihr auch jetzt nur um den nächsten Sieg im Schülerrennen.

Die veränderten Wetterverhältnisse in Andorra beeinträchtigen Aicher nicht.

Locker, entspannt und cool – so reagiert Aicher auf den Druck von außen, der nach ihren zwei Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen entsteht: "Ich werde durch äußeren Druck nicht besser oder schlechter", erklärt sie verständlicherweise: "Deshalb versuche ich, das einfach auszublenden, da es mir nichts nützt. Das hat in dieser Saison sehr gut funktioniert."

Unabhängig von den Wetterverhältnissen muss erwähnt werden: Am Sonntag zog es etwas auf und die Temperaturen stiegen. Dies hatte zwar auch Auswirkungen auf die Piste und den Schnee. Dennoch kam Aicher erneut hervorragend mit den Bedingungen zurecht, wählte wieder das passende Material und zeigte das richtige Skigefühl für die Strecke.

DSV-Trainer Pichler bereitete Aichers nächsten Erfolgslauf vor

Vielleicht lag es auch daran, dass ihr Trainer Charly Pichler die Laufbedingungen festgelegt hatte. Pichler änderte im Vergleich zum Vortag wenig. "Der gestrige Lauf war gut", erklärte er am Mikrofon der Sportschau: "Aufgrund der Wetterverhältnisse und der warmen Temperaturen ist der Schnee weich, da kann man grundsätzlich nicht alles verändern, da dies zu einer sehr unruhigen Piste führen würde."

Deshalb stellte er ihn ähnlich ein, es beginne wieder bei Null. Er lobte Aicher für ihr Gespür für die Wellen, ihre Grundgeschwindigkeit im Flachen und ihre Technik im Riesentorlauf.

Die Aicher-Stärken harmonieren mit dem Berg in Andorra, Soldeu.

Gerade diese Eigenschaften sind auf dem Berg in Andorra unerlässlich für den Erfolg. Es geht schließlich darum, besonders im technisch herausfordernden Mittelteil keine Zeit zu verlieren, während man oben und unten in den Gleitpassagen ebenfalls zügig unterwegs sein muss.

Die zweite Deutsche, Kira Weidle-Winkelmann, hatte an diesem Wochenende weniger Erfolg als Aicher. Besonders im technisch anspruchsvollen Mittelteil büßte die Schnellfahrerin am Sonntag über eine Sekunde auf die Führenden ein, da sie nicht fehlerfrei durch die engen Tore in den Radien kam.

Weidle-Winkelmann kämpft mit Schwierigkeiten

"Es war definitiv ein erheblicher Fehler, der derzeit zu viel ist", bemerkte Weidle-Winkelmann: "Ich war eigentlich schon kurz davor, auszuscheiden, aber ich habe es irgendwie noch geschafft. Dass es nicht schnell geht, ist jedoch offensichtlich."

Am Ende belegte sie den 14. Platz, während auch Fabiana Dorigo um Weltcup-Punkte kämpfte, jedoch letztendlich den 33. Platz erreichte. Weidle-Winkelmann äußerte, dass die Grundform und das Skifahren an sich stimmen: "Ich muss es einfach wieder von oben bis unten durchziehen."

Aicher tritt in Andorra im Abfahrtslauf und Super-G um Kristallkugeln an.

Es ist genau das, was Aicher Woche für Woche erreicht. Die 22-Jährige hat in dieser Saison sogar realistische Chancen, um den Gewinn der Disziplin-Kristallkugeln in Abfahrt und Super-G mitzufahren.

In der Abfahrt hatte die Athletin des SC Mahlstetten als Zweitplatzierte einen Rückstand von 94 Punkten auf Lindsey Vonn. Die Amerikanerin kann jedoch aufgrund ihrer schweren Verletzung von Olympia in diesem Winter kein weiteres Rennen mehr fahren – Aicher befindet sich also drei Rennen vor dem Ende in der besten Ausgangsposition.